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Eckart-Witzigmann-Preis 2006

Der Große Preis der Akademie: Internationaler Eckart-Witzigmann-Preis der Deutschen Akademie für Kulinaristik

Preiskontur
Der Internationale Eckart Witzigmann-Preis der Deutschen Akademie für Kulinaristik dient der jährlichen Auszeichnung von Personen und Institutionen, die sich auf nationaler und internationaler Basis um die Kultur des Essens im Allgemeinen und um die Kochkunst im Besonderen verdient gemacht haben.
Ausgelobt wird der Preis in drei Kategorien. Vergeben wird er in den ersten beiden Kategorien in Kooperation mit dem Land Baden-Württemberg, in der dritten Kategorie in Zusammenarbeit mit dem DEHOGA (Bundesverband).
Die Sponsorschaft aller drei Preise hat die DaimlerChrysler Bank übernommen. Jeder Preis besitzt einen Wert von 10.000 Euro.

Preisverleihung 2006

Die Verleihung der Preise fand am 23. Oktober 2006 in Stuttgart (Neues Schloss) statt.

Die Preise erhielten:

• Für das Lebenswerk: Frédy Girardet, Féchy/Lausanne, einer der “Köche des Jahrhunderts”

• Für große Kochkunst: Thomas Keller, New York, Drei-Sterne-Koch und derzeit bester Küchenchef der USA

• Für Medien und Wissenschaft: Dieter Kosslick, Berlin, Direktor der Filmfestspiele Berlin und Initiator des Talent-Campus “Hunger, Food and Taste”

• Für Nachwuchs: Cornelia Poletto, Hamburg, 35 Jahre junge Sterne-Köchin

Der Eckart-Witzigmann-Preis wird seit 2004 jährlich von der Deutschen Akademie für Kulinaristik, Bad Mergentheim, mit Unterstützung des Landes Baden-Württemberg und der DaimlerChrysler Bank verliehen. Im Vorjahr erhielten den Preis für große Kochkunst Ferran Adrià aus Spanien und den Preis von Medien und Wissenschaft der Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass.


Die Pressemappe mit allen Unterlagen und Fotos der Preisträger finden Sie unter http://www.kulinaristik.de/ewp2006


Zur Begründung des Preises *

In keinem anderen Land lassen sich die Entwicklung der Spitzenküche und des breiten Interesses am Essen so deutlich mit einem einzelnen Koch verknüpfen wie in Deutschland. Eckart Witzigmann gilt als "Jahrhundert-Koch". Über das reine Handwerk hinaus stand und steht sein Name vor allem für eine Kreativität, die das Neue nicht um seiner selbst willen sucht, sondern aus der konsequenten Bindung an die humanen Grundlagen der Gastronomie und aus der Erkenntnis, dass deren Platz in der Gesellschaft nur durch eine dynamische Entwicklung stabilisiert und ausgebaut werden kann.

Eckart Witzigmann sieht in aller Kochkunst zugleich eine bodenständige, kulturelle Kompetenz und hat sich als erfolgreicher Lehrer ausgezeichnet. Viele seiner Schüler sind heute profilierte Köche. Mit vorbildlichem Einsatz für sein Metier unterstreicht Eckart Witzigmann als Lehrer die Zielsetzung letztlich aller Bildungsprozesse, wechselseitiges Verstehen, aktive Toleranz und die Verständigung zwischen den Menschen zu fördern. Er steht insofern in der Tradition eines Kulturverständnisses, das auch große Köche als Kulturstifter erkennt und anerkennt.

Zur Differenzierung des Preises

Die erste Kategorie: Der Internationale Eckart Witzigmann-Preis für große Kochkunst.

Mit diesem Preis werden auf internationaler Basis Personen ausgezeichnet, die als Koch ein besonderes Profil und Ansehen gewonnen haben.

Die zweite Kategorie: Der Internationale Eckart Witzigmann- Preis für Wissenschaft und Medien.

Mit diesem Preis werden auf internationaler Basis Wissenschaftler, Künstler, Pädagogen, Journalisten und Vertreter der internationalen Kulturarbeit ausgezeichnet, die durch außerordentliche Leistungen zum besseren Verständnis sowohl des 'sozialen Totalphänomens' des Essens als auch der kulturellen und interkulturellen Bedeutung der Gastlichkeit in der Gesellschaft beigetragen haben.

Dritte Kategorie: Der Eckart Witzigmann-Preis für Nachwuchsgastronomen und Nachwuchsförderung.

Mit diesem Preis werden auf nationaler Basis Nachwuchsgastronomen und Förderer ausgezeichnet, die Interesse an herausragenden Verknüpfungen von Konzeption, Handwerk und Innovation zu erkennen geben und zugleich Hoffnungen wecken, dass sie das komplexe Verständnis der Kochkunst im Sinne Eckart Witzigmanns und der Deutschen Akademie für Kulinaristik kreativ weiterführen.

Diese Differenzierung des Preises soll der Verstärkung der öffentlichen Aufmerksamkeit auf die gesellschaftlichen Bedeutungen des Kochens, des Essens und der beruflichen Gastlichkeit dienen und zugleich deutlich machen, dass ihr Zusammenhang als Spiegel und Regulativ gesellschaftlicher Verhältnisse verstanden, wissenschaftlich reflektiert und kulturpolitisch begriffen werden muss.

Auswahlkriterien

Auswahlkriterien des Preises der ersten Kategorie sind:

Der Kandidat ist ein Koch, der in langjähriger, eigenverantwortlicher Tätigkeit Profil und Ansehen gewonnen hat;

der Kandidat ist ein aktiver Koch in einem öffentlich zugänglichen Restaurant und auf der Höhe seiner Fähigkeiten;

der Kandidat ist ein wesentlicher Repräsentant der Spitzenküche;

der Kandidat besitzt ein authentisches Interesse an der Entwicklung auch der Breitenküche;

der Kandidat ist ein vorbildlicher Handwerker und verfügt über eine hervorragende Kochtechnik;

der Kandidat ist sowohl stilistisch als auch in seiner Tätigkeit als Lehrer von persönlichem Einsatz geprägt;

der Kandidat hat über den engeren Bereich der Kochkunst hinaus eine schöpferische Wirkung auf die deutsche Kultur im weiten Sinne des Wortes;

der Kandidat lässt im Umgang mit seinen Mitarbeitern vorbildliche Fähigkeiten zur Menschenführung und erfolgreichen Vermittlung von Wissen erkennen.

Auswahlkriterien des Preises der zweiten Kategorie sind:

Der Kandidat hat im deutschen und internationalen Kontext Profil und Ansehen gewonnen;

der Kandidat hat sich entweder in den Wissenschaften oder in nichtuniversitären Bildungsbereichen oder in den Medien oder in der Medienpolitik oder in der internationalen Kulturarbeit Verdienste um die Vertiefung unseres Wissens über das Kulturphänomen des Essens und dessen Bedeutung für unsere Lebensqualität erworben;

der Kandidat hat einen über seinen engeren Arbeitsbereich hinausragenden Beitrag zum öffentlichen Diskurs über das Essen geleistet und auf vorbildliche Weise versucht, seine fach- oder berufsspezifische Annäherung an das Kulturphänomen und Kulturthema Essen zu einem mehrdimensionalen Ansatz zu erweitern;

der Kandidat hat sich in seinem spezifischen beruflichen Handlungszusammenhang auf originelle Weise insbesondere um die Kulturgeschichte des Essens oder um die Theorie und Praxis des Genusses, der Gastlichkeit, des Geschmacks, der Kommunikation, der Gesundheit und des Verbraucherschutzes oder um die Verknüpfung technologischer, natur- und kulturwissenschaftlicher Perspektiven verdient gemacht.

Auswahlkriterien des Preises der dritten Kategorie sind:

Der Kandidat ist ein Koch, der über einen längeren Zeitraum hin in Deutschland gearbeitet hat und in besonderer Weise zur Hoffnung Anlass gibt, auch in Zukunft die Entfaltung einer kultur- und genussbewussten deutschen Spitzen- und Breitenküche zu fördern; der Kandidat

sollte das 35. Lebensjahr nicht überschritten haben;

sollte bereits öffentliche Beachtung gefunden haben;

sollte eine umfassende, handwerkliche Fundierung erkennen lassen;

sollte künstlerisch-kreatives Talent und eine Komplexität erkennen lassen, die sich in einem produktiven Verständnis von Kochen als gesundheitlicher und als kommunikativer Wertschöpfung ausdrückt.

Der Kandidat ist eine Person oder eine Institution, die sich herausragende Verdienste um die Nachwuchsförderung erworben hat.

Preisjury

Preisjury ist der Vorstand der Akademie.


* Mit dem Ausdruck "Koch" sind Männer und Frauen in gleicher Weise gemeint. Eine sprachliche Differenzierung im Wortlaut der einzelnen Regelungen wird nicht vorgenommen.